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Beagle

Der Beagle ist eine britische Hunderasse, welche bei der FCI mit der Nr. 161 anerkannt ist. Er gehört zur Gruppe 6, Sektion 1.3 Kleine Laufhunde (mit Arbeitsprüfung).

Ursprung & Geschichte

Beagle-ähnliche Hunde gibt es bereits seit über 2000 Jahren (die Spuren Hunde mit ähnlicher Größe und Zweck wie des modernen Beagles lassen sich bis ins antike Griechenland zurückverfolgen). Die moderne Rasse wurde jedoch in Großbritannien um etwa 1830 aus mehreren Rassen entwickelt, wahrscheinlich aus Talbot Hound, dem North-Country-Beagle, dem Southern Hound und möglicherweise auch dem Harrier.

Ursprungsrassen

Die Talbot Hounds sollen ursprünglich möglicherweise aus der Normandie in Frankreich stammen, von wo die Familie Talbot diese „weißen Hubertushunde“ 1066 (in der Armee von Wilhelm, dem Eroberer) nach England mitgebracht haben sollen. Diese Jagdhunde waren als Talbots und etwa 600 Jahre später als Northern Hounds oder auch Norman Hounds bekannt.  Es handelte sich um weiße, schlanke Hunde, welche schnell waren und sicher eine Spur verfolgten, jedoch schrill, flach und unangenehmen Spurlaut (Bellen) hätten.
Ein weiterer aus Frankreich stammender Hundetyp gelangte um 1400 herum nach England.  Diese Hunde nannte man später Southern Hounds.

In Südfrankreich waren den Briten diese Hunde aufgrund ihres Jagdeifers und ihrer wunderbaren Spürnase aufgefallen; und dass  man sie durch die tiefen Spurlaute (Jagdbellen) relativ weit hören konnte. Diese Hunde waren mittelgroß, schwer mit bunter Scheckung oder Sprenkelung. Sie wurden auch als recht schwer und langsam beschrieben.



Frühe Geschichte

Der „Beagle“ an sich findet zum ersten mal 1515 in König Heinrich VII  Haushaltsbüchern Erwähnung in Form an Zahlungen an den „Keper of the Begles“ (Hüter der Begles) Erwähnung.


Weiterhin wird in der „Allgemeinen Beschreibung aller wichtiger Jagdhundrassen“ von L.R. Jackson, alias Gervase Markham aus dem Jahr 1615 der „little Beagle“ (kleiner Beagle) beschrieben, welcher in die Satteltasche des Jägers passte und eifrig die Jagdspur verfolgte, jedoch das Wild nur ermüden, aber nicht töten konnte. Weiterhin erwähnt er eine Gruppe von Beaglen, welche so klein gewesen seien, dass alle von ihnen in eine Satteltasche gepasst hätten. Solche kleinen Beagle – klein wie Schuhe – wurden auch auf einem Gemälde  „Mr. Maynard and her Majesty’s Beagles“ von William und Henry Barraud abgebildet.

Auch entstand zu dieser Zeit der Begriff „beagling“ als eine Form der Hundejagd in einer Meute geprägt.

Moderne Geschichte

Es wird angenommen, dass die Beaglemeute von Reverend Phillip Honeywood aus Essex (1830er Jahre) die Grundlage des modernen Beagles waren. Obwohl die genaue Abstammung dieser Meute nicht belegt ist, so wird doch vermutet, dass North Country Beagles und Southern Hounds die Mehrheit der Vorfahren bildete sowie auch Harriers beteiligt waren (deren Ursprung unklar ist).  Honeywoods Beagles waren klein, etwa 25 cm  Widerristhöhe und rein weiß (nach John Mills schriftlicher Beschreibung in der Sportsman's Library von 1845). Zur gleichen Zeit hielten auch Prinz Albert und Lord Winterton Beaglemeuten und zweifelsfrei führte das königliche Interesse insgesamt zu einer Wiederbelebung des Interesses an der Rasse, aber Honeywoods Meute galt als die beste der drei.

Obwohl Honeywood die Entwicklung des modernen Beagles zugeschrieben wird, so konzentrierte er sich doch nur auf die Jagdeigenschaften des Hundes und Thomas Johnson beschäftigte sich mit der Zucht der Hunde, um nicht nur gute Jäger, sondern auch attraktiv Tiere zu erhalten. Zwei Linien wurden entwickelt: rau- und glatthaarig. Der rauhaarige Beagle überlebte bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, und es gab sogar Berichte über einen Auftritt eines solchen Hundes auf einer Hundeausstellung im Jahr 1969, aber diese Fell-Variante ist inzwischen ausgestorben - wahrscheinlich im glatthaarigen Standard-Beagle aufgegangen.


In den 1840er Jahren entwickelte sich langsam ein Standard-Beagle-Aussehen; allerdings gab es noch große Variation in Größe, Charakter und Zuverlässigkeit. 1856 wurde schriftlich im „Manual of British Rural Sports“ der Beagle in vier Varianten unterteilt: den mittelgroßen Beagle, den Zwerg- oder Schoßhündchen-Beagle, sowie den Fuchsbeagle (eine kleinere, langsamere Version des Foxhound) und den rauhaarigen Beagle.

Im Jahr 1887 wurde ein Aussterben des Beagles befürchtet: es gab nur noch 18 Beaglemeuten in England. Daraufhin wurde im Jahr 1890 der Beagle Club gegründet und der erste Standard erstellt. Im darauf folgenden Jahr wurde die „Association of Masters of Harriers and Beagles“ ins Leben gerufen.

Beide Organisationen ging es darum im besten Interesse der Rasse zu handeln und beide waren sehr daran interessiert einen Standard-Beagle zu erhalten. Im Jahr 1902 hatte sich die Zahl der Meuten auf 44 erhöht.

Als „Rasse“ gibt es den Beagle erst seit 1890 als er vom Kennel Club Großbritanniens als solche anerkannt wurde.

Beschreibung

AllgemeinDer Beagle wird zu den Bracken (Jagdhunden) gezählt und es ist ein robuster und kompakt gebauter Hund.
KörperDie Beine sind kurz, muskulös und kräftig, ohne dick zu sein.  Seine Rute hat einen hohen Ansatz, ist insgesamt dick und wird über der Rückenlinie getragen (jedoch nicht gerollt).
KopfDer Kopf ist mäßig lang und kraftvoll mit einem ausgeprägtem Stopp und einem kräftigem Kiefer mit Scherengebiss. Die Ohren sind tief angesetzt, lang und mit einer gerundeten Spitze; sie sind von geringer Dicke und liegen an der Wange an. Wenn der Beagle sie nach vorne legt, reichen sie beinahe bis zum Nasenleder.
Die Augen wirken sanft und sind haselnuss- bis dunkelbraun und relativ groß.
GrößeBeagle erreichen eine Größe von etwa 33 cm bis 41 cm  (am Widerrist gemessen)
Gewicht
Sie werden zwischen 14 kg und 18 kg schwer, wobei die Hündinnen durchschnittlich etwas kleiner als die Rüden sind.
Haarkleid
Das Fell des Beagles ist kurz und anliegend und gilt als wetterfest.
Farbgebung Alle Hound-Farben (außer leberfarben)

Beispiele:
zweifarbig:
braun/weiß ("tan and white"),
 rot-weiß ("red and white"),
zitronengelb-weiß ("lemon and white")
oder
dreifarbig:
schwarz/braun/weiß ("tricoloured")
bei durchbrochener Flanke spricht man auch von "tricoloured broken".
Sowohl Rutenspitze als auch das Maul sind weiß.


Charakter & Verwendung

Wesen

Der Beagle hat ein ausgeglichenes Gemüt und ein sanftes Naturell; häufig wird er als „fröhlich“ in Rassestandards beschrieben. Er gilt als aufmerksam ohne jedoch ängstlich oder aggressiv zu sein.

Beagle gelten durch ihren früheren Einsatz in der Meute als Rudeltiere, welche die menschliche Gesellschaft oder die anderer Hunde benötigen.  Sie sollen aufgrund dessen auch zu Trennungsangst tendieren.
Sie gelten als kinderfreundlich und auch Fremden gegenüber freundlich, wenn auch zuerst reserviert.
Wenn Beagle mit unbekannten Situationen konfrontiert werden, werden nicht alle Beagles heulen, aber die meisten werden kläffen – einige werden auch anschlagen, wenn sie den Geruch potenzieller Beute wahrnehmen.
In einer Studie, die 1985 von Ben und Lynette Hart durchgeführt wurde, erreichte der Beagle die höchste Bewertung bezüglich Erregbarkeit, zusammen mit dem Yorkshire Terrier, Cairn Terrier, Zwergschnauzer, West Highland White Terrier und Foxterrier.

Sie sind nicht anspruchsvoll in Bezug auf Bewegung; ihre angezüchtete Ausdauer bedeutet, dass sie nicht leicht ermüden, aber sie müssen auch nicht bis zur Erschöpfung arbeiten, bevor sie wieder ruhen, aber regelmäßige Bewegung wirkt dem Übergewicht entgegen, für welches diese Rasse anfällig ist.
Der Beagle gilt generell als klug, allerdings muss man bedenken, dass diese Rasse für lange Hetzjagden gezüchtet wurde und der Hund daher durch nichts von seinem Ziel abzubringen ist und es schwer sein kann, ihn zu erziehen. In der Regel gehorchen sie bei guter Erziehung, sind jedoch schwer zurückzurufen, wenn sie einem Geruch folgen und lassen sie durch die Gerüche um sie herum leicht ablenken.
 
Sie sind in der Regel nicht bei Obedience- (Gehorsams-) Wettbewerben vertreten; denn obwohlsie aufmerksame Tiere sind, langweilen sie sich leicht und lassen sich schnell ablenken.  In einer von  Stanley Coren veröffentlichten Studie sind sie insgesamt auf Platz 72 und fallen dort in die Gruppen mit dem niedrigsten Grad von Arbeits-/Gehorsamsintelligenz.

Verwendung

  • Jagdhund
  • Laufhund
  • Spürhund
  • Laborhund
Der Beagle wurde für die Treibjagd auf Feldhasen und Wildkaninchen gezüchtet und werden zu Fuß geführt, im Gegensatz zu den Foxhounds, weshalb sie den Beinamen „Treibhunde der armen Leute“ erhielten.  Die Hasenjagd wurde in Großbritannien Mitte des 19. Jahrhunderts wieder beliebt und erst das Verbot dieser reinen „Spaßjagd“ 2002 in Schottland und 2004 in England und Wales (außer auf Privatbesitz) führte dazu, dass dies nachließ.
Anderen Einsatz im Jagdbereich fand der Beagle als „Gun Dog“ zum Aufscheuchen von Wild. In Deutschland wird der Beagle selten jagdlich geführt.

Vielfach wird „Drag Hunting“ mit Beagles praktiziert, eine Hundesportart, in welcher die Tiere einer Geruchsspur nachjagen, welche über das Gelände gezogen wurde.

Obwohl für die Jagd gezüchtet, sind Beagle vielseitig einsetzbar und erfüllen veile Aufgaben als Spür-, Therapie- und Familienhunden. Sie werden z.B. als Spürhunde für Termiten-Erkennung in Australien und auch zum Aufspüren verbotener Agrareinfuhren und Lebensmittel auf der ganzen Welt eingesetzt.



Wegen ihrer sanften Art und unaufdringlichen Art sind  sie auch häufig in Heimtier-Besuchsprogrammen für kranke und alten Menschen im Krankenhaus zu finden.

Beagle gelten als vorbildlich gegenüber Kindern und sind daher als Familienhunde beliebt geworden. Jedoch ist er dabei kein Anfängerhund, sondern für Menschen mit Hundeerfahrung geeignet, da sein Jagdtrieb extrem ausgeprägt ist (fängt er an zu jagen, ist es kaum möglich, den Hund zurückzurufen).

Daher ist eine konsequente Erziehung möglich, damit dieser Hund in Wald und Flur überhaupt von der Leine gelassen werden kann und darf.
Da sie Fremden gegenüber nicht besonders misstrauisch sind, gelten sie nicht gerade als die idealen Wach- und Schutzhunde, jedoch aufgrund der Tendenz zu kläffen oder zu heulen, wenn sie unbekanntes antreffen, wird man zumindest gewarnt werden.

In der Pharmaindustrie werden Beagle als Laborhunde gehalten. Dort sind sie als Versuchstiere beliebt aufgrund ihrer Größe, ausgeglichenen Art und der relativ wenigen angeborenen Gesundheitsproblemen.
Beagles werden bei einer Reihe von Forschungsverfahren eingesetzt: z.B. grundlegende biologische Forschung, die Humanmedizin und angewendete Veterinärmedizin.
Tests von Kosmetika an Tieren sind zwar in den Europäischen Union verboten, jedoch versucht Frankreich dieses Verbot aufzuheben.

Gesundheitshinweise

Pflegehinweise

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Beagles beträgt 12 bis 14 Jahre.


Der Beagle neigt zur Gefräßigkeit, daher sollte man seine Rationen gut abmessen und für viel Bewegung und Auslauf sorgen, da Übergewicht zu vielen Gesundheitsproblemen führen kann.

Ihre langen Schlappohren können bedeuten, dass das Innenohr nicht genug frische Luft erhält oder feuchte Luft dort eingeschlossen wird. Beides kann zu Ohrentzündungen beitragen.

Beagle können ein Verhalten zeigen, dass als „Rückwärts-Niesen“ (reverse sneezing) bekannt ist. Es klingt, als wären sie am Ersticken oder würden nach Luft schnappen, dabei ziehen sie jedoch nur Luft durch Maul und Nase ein. Die genaue Ursache dieses Verhaltens ist nicht bekannt, aber es ist nicht schädlich für den Hund.

Erbliche Krankheiten & Rassedisposition

Beagle besitzen eine Prädisposition für die Hound-Ataxie, eine Form der Epilepsie.

Sonstige bekannte Krankheiten:

  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Kleinwüchsichkeit
  • Bandscheibenerkrankungen: Beagles werden als Chondrodysplasie-Rasse angesehen, was bedeutet, dass sie anfällig für solche Erkrankungen sind.
  • Augenprobleme: Beim Beagle sind einige Augenprobleme bekannt, z.B. Glaukom und Hornhautdystrophie, sowie "cherry eye" und Distichiasis. Auch sind Sie verschiedene Arten von Retina-Atrophie bekannt. Ein Ausfall des Tränennasengang-Systems kann trockene Augen oder tränende Augen verursachen.

Zwei Krankheiten sind nur von dieser Rasse bekannt (treten wohl aber hauptsächlich in Nordamerika auf):

  • „Funny Puppy“: der Hund entwickelt sich nur langsam und zeigt schließlich schwache Beine, einen krummen Rücken - und obwohl der Hund ansonsten in der Regel gesund scheint, ist er anfällig für eine Reihe von Krankheiten.
  • „Chinese Beagle Syndrome” verursacht, dass die Augen schräg aussehen und die Zehen unterentwickelt sind. Angeblich hat es außer diesen optischen Effekten keinen weiteren Gesundheitseinfluss.

Wissenswertes & Trivia



Herkunft des Namen "Beagle"

Woher der Name „Beagle“ stammt ist unklar. Es gibt jedoch verschiedene Vermutungen. Der französische Begriff begueule bedeutet z.B. in etwa „geöffnete Kehle oder lautes Maul bzw. Großmaul“. Ein weiteres französisches Wort, das in Frage käme, ist „beugler“ – dies heißt übersetzt in etwa „brüllen“.  Auch ein möglicherweise altdeutscher Begriff namens „begele“ wäre möglich, welcher für schelten bzw. schimpfen stehen soll.
Weiterhin könnte der Wortursprung auch in der alten englischen, französischen oder Waliser Bezeichnung „beag“ liegen. Dies bedeutet in etwa „klein“.


Geruchssinn

Neben dem Bloodhound hat der Beagle einen der am besten entwickelten Geruchssinne unter den Hunden. In den 1950er Jahren, begannen John Paul Scott und John Fuller eine 13-Jahres-Studie zum Hundeverhalten. Im Rahmen dieser Studie testen sie auch die Witterungs-Fähigkeiten der verschiedenen Rassen, indem sie eine Maus in einem 4000 m2-Bereich aussetzten und die Zeit maßen, wie lange es bei den einzelnen Hunden dauerte, diese Maus zu finden. Die Beagle fanden die Maus in weniger als einer Minute, während die

Foxterrier

z.B. 15 Minuten benötigten und die Scottish Terrier sie überhaupt nicht fanden.

Beagle können eine Bodenfährte besser verfolgen als welche in der Luft und aus diesem Grund sind sie meist nicht in Bergrettungsteams zu finden. Dort werden Collies bevorzugt, da diese zusätzlich zum Wittern einer Spur in der Luft auch Sicht einsetzen und fügsamer sind.

Verwandte Hunde

Puggle

Der so genannte Puggle ist ein Mischlingshund aus einer Verpaarung von Mops und Beagle.  Man sollte sich, wenn man so einen Hund haben möchte, darüber im Klaren sein, dass es ein reiner Mischling ist. Zu beachten ist auch, dass der Jagdtrieb keineswegs durch Verpaarung mit Mops wegfällt; jeder Mischling kann andere Eigenschaften der Eltern erben.

Berühmte Vertreter & Besitzer

Snoopy

:  von Charles M. Schulz erfundene Comic-Figur Snoopy, die zu den Peanuts gehört.


Lou

: Beagle aus dem Film Cats and Dogs.


Underdog

:  Comic-Verfilmung mit einem Bi-Color-Beagle in der Hauptrolle.



Barry Manilow

: Beagle namens Bagel


Lyndon B. Johnson

(ehemaliger US-Präsident):  hatte mehrere Beagle und geriet in die Schlagzeilen als er bei einer offiziellen Begrüßung einen davon an den Ohren hochhob.




Weiterführende Links

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Weitere

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Rassebeschreibung Beagle; Beagle-Hündin Nelly Tricolour

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